Ein Bericht von Johannes Fleißner, alias "fleisi"
Montage des Reserveradträgers für die Hecktür von „Nakatanenga Tours und Equipment“
an einem Landrover Defender 110 Station, Modelljahr 1999 mit Hecktür der alten
Bauform (Alu-beplankt, nicht aus Stahlblech).
Allgemeine Hinweise:
Diese
Anleitung dient nur als Hilfestellung, sie ist wahrscheinlich nicht vollständig,
eventuell fehlerhaft und ersetzt sicher nicht den gesunden Menschenverstand.
Bestimmte Formulierungen sind absichtlich humoristisch gewählt, obwohl ich
Techniker bin habe ich mich mit Fachausdrücken stark zurückgehalten. Wer
Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten und sich drüber freuen ;-)
Die
richtige Einstellung des Anschlages ist etwas tricky, der Träger stützt sich nur
am Reifenwulst ab (wenn’s montiert ist seht Ihr, was ich meine...), außerdem
muss das Konterblech des oberen Anschlagpunktes angepasst werden. Ich habe
zusätzlich noch die Radbolzen gekürzt, da sonst mit dem serienmäßigen
Radschlüssel und ebensolcher Bereifung kein Blumetopf zu gewinnen ist (achtung:
damit unbedingt bis ganz zum Schluss abwarten!). Wie Ihr außerdem feststellen
werdet, steht der "Defender" Schriftzug in der Reserveradabdeckung zukünftig auf
dem Kopf :-D.
Werkzeug:
-
Schlüsselsatz
-
Ratschenkasten
-
Innentorx-Schlüssel für
Rahmen-Karosserie-Verschraubung
-
Innensechskant-Schlüssel für
Befestigungsschrauben Radträger
-
Satz Schraubendreher
-
Radmutternschlüssel
-
Bohrmaschine
-
versch. Bohrer (auf jeden Fall 3mm, 5mm, 8mm)
-
Blindnietzange
-
Körner
-
Hammer
-
Meterstab
-
Schiebleere (manche sagen auch „Messschieber“
dazu...)
-
Anreißnadel und Bleistift
Material:
-
Sikaflex Karosseriedichtmasse (o.Ä.)
-
Blindnieten (5mm, unbedingt Aluminium wegen
der Kontaktkorrosion!)
-
verzinktes L-Profilblech (stahl, 3mm stark,
ca. 25cm lang)

- Demontage des serienmäßigen
Radträgers:
- Reserverad abnehmen
- Innenverkleidung der Hecktür
demontieren
- den Scheibenwischermotor entfernen
i.
außen die Kunstoffkappe hochklappen,
darunter die M13er Mutter entfernen und den Wischerarm abziehen
ii.
die Kunstoffmutter (ebenfalls außen)
entfernen
iii.
die M10er Schraube im Innenraum, die
den Wischermotor hält, rausschrauben
iv.
Wischermotor aus der Hecktür entfernen
und die zwei Stecker vorsichtig abstecken (Achtung: Sicherungshaken
nicht abbrechen)
- die M6er Schrauben, die den alten
Radträger halten, entfernen (die Hälfte davon wird abreißen...)
- die zwei Stahlbleche beseitigen
- der Reflektor auf der rechten
Fahrzeugseite muss leider auch noch weichen, er ist im Weg (einfach die
Nieten ausbohren...)
- Neuen Radträger vormontieren:
die beiden
Anschlagbleche für die rechte Fahrzeugseite am Träger montieren (mit
Kunstoff-Beilagscheiben...), die Schmiernippel würde ich noch draußen lassen,
das untere Blech ist das mit den zwei Langlöchern im mittleren Bereich
- Maß nehmen:
- die zwei Schrauben, mit denen die
Karosserie auf dem Rahmen verschraubt ist (innentorx...) rausschrauben
- mit einem Helfer den Radträger
provisorisch montieren, nur am unteren Anschlagpunkt, die zwei zuvor
entfernten Schrauben gehören durch die Langlöcher im mittleren Bereich.
Leider passen die „serienmäßigen“ Schrauben nicht: sie sind zu kurz, also
die mit dem Radträger gelieferten verwenden. Die Schrauben noch nicht
„anknallen“, sondern nur handfest anziehen. Am besten in der Mitte der
Langlöcher positionieren, so ist später etwas Raum für die Korrektur
eventueller Messfehler ;-)

- den Radträger parallel zur
Hecktürkante ausrichten (ist wichtig, sonst verkantet das ganze später beim
Öffnen)
- die Bohrlöcher des oberen
Anschlagpunktes markieren (Körner...), die Position den oberen
Anschlagpunktes ist schon durch den Platz in diesem Bereich relativ exakt
bestimmt.


- den Radträger wieder demontieren
und weglegen
- Bohren und montieren
- die eben angezeichneten Löcher
bohren (ich empfehle: erst ein 3mm Loch, dann auf 8mm aufbohren)
- bei mir war noch eine Niete und
die Schraube von der „inneren Leuchtenabdeckung“ im Weg, die Schraube wurde
außen etwas abgeschliffen, die Niete ausgebohrt und das Loch mit Sikaflex
abgedichtet.
- jetzt muss das Verstärkungsblech
(innen) angepasst werden, bei mir musste auf der Türseite ein gutes Stück
abgeflext werden und ein Loch gebohrt werden.
- den Bereich, auf dem der obere
Anschlagpunkt auf der Karosserie aufliegt reinigen und entfetten und das
Anschlagblech mit Sikaflex „balsamieren“
- den Radträger montieren, oben im
mittleren Bereich eventuell noch Kunstoffscheiben unterlegen
- die restlichen Löcher für die
Befestigung des unteren Anschlagpunktes erst als allerletztes bohren (jetzt
noch nicht!). Unten gehören unter das Anschlagblech, unter die Schrauben,
die rechts und links von den Langlöchern liegen, die dicken „Gummischeiben“
(hier auch direkten Alublech-Stahl-Kontakt durch Sikaflex unterbinden...)

- den Radträger möglichst präzise
parallel zur Tür ausrichten
- Hecktürmodifikationen...
- das mitgelieferte Edelstahlblech
auf der Tür ausrichten, es soll alle alten Löcher abdecken und zusätzlich
den dritten Anschlagpunkt des Radträgers vollständig(!) aufnehmen

- wenn das Blech grob ausgerichtet
ist, das obere, mittlere Loch anzeichnen und mit 5mm bohren
- das Blech an der einen Niete
„aufhängen“ (noch nicht festpoppen!), exakt ausrichten (parallel zur
Türaußenkante...) und vorsichtig mit dem Bleistift außenrum anzeichnen.
- den Bereich der Hecktür innerhalb
der eben angebrachten Bleistiftstriche entfetten und Sikaflex einmal
außenrum und in „kreativ-sinnvollem“ Muster um die alten Löcher aufbringen
(das muß unbedingt dicht werden, sonst fault die Hecktür weiter!)
- das Blech wieder auflegen und
festpoppen, die restlichen Nietlöcher nun ebenfalls bohren und die Nieten
(am besten jede einzelne mit ein kleinwenig Sikaflex) einsetzten und
festpoppen
- den dritten Anschlagpunkt bei
geschlossener Hecktür anzeichnen (Träger und Verbindungsglied auf einer
Linie (= soweit gestreckt wie möglich). Nur eines der beiden Langlöcher
anzeichnen und so bohren, dass der Anschlagpunkt noch in Richtung der
rechten Fahrzeugseite verschoben werden kann!
- jetzt das Reserverad montieren und
den türseitigen Anschlagpunkt im „trial-and-error-Verfahren“ justieren

- die restlichen Löcher am
türseitigen Anschlagpunkt bohren
- Anschlagpunkt mit etwas Sikaflex
montieren
- Nun werdet Ihr feststellen, dass
sich die Tür, wenn geschlossen, höllisch durchbiegt, weil der Anschlagpunkt
leider im lediglich durch das Edelstahlblech verstärkten, aber sonst völlig
labberigen Teil der Tür liegt. Hierfür ist das L-Profilblech vorgesehen. Ich
habe einfach ein Stück abgelängt, das, mit etwas Luft nach beiden Seiten,
auf der Verstärkung im Schlossbereich (Alu) und auf dem Verstärkungsprofil
(H-Form, etwa Mitte der Tür) aufliegt. Der zweite Schenkel des Profils darf
natürlich nicht zu lang sein, sonst passt die Verkleidung nicht mehr. Das
Profil wird an den entsprechenden Stellen mit 8mm Löchern versehen und mit
Beilagscheiben unterfüttert (um das Türblech nicht zu verbiegen), mit etwas
Sikaflex montiert. Hält bombig und tut, was es soll. Wem das noch immer
nicht genügt, der sollte an den entsprechenden Stellen noch weitere Nieten
durch das Edelstahlblech bohren und dies vorzugsweise an Stellen vornehmen,
wo die bereits vorhandenen Verstärkungen genutzt werden können. Nicht
vergessen: Nieten mit Sikaflex montieren.

- Abschlussarbeiten
- nun die Tür Probeweise ein paar
Mal auf- und zumachen und eventuell den Fahrzeugseitigen, unteren
Anschlagpunkt noch genauer einstellen, danach die restlichen Löcher bohren
und die Schrauben rein.
- die Schmiernippel montieren und
abschmieren
- den abmontierten Reflektor habe
ich senkrecht fast an der alten Stelle wieder montieren können... kann, muss
man aber bestimmt nicht, keine Ahnung, was der Tüv dazu sagt.
- Belohnungsbierchen trinken und
Probefahren (hier eventuell die Reihenfolge beachten!): die Geräuschkulisse
hat sich völlig geändert! Nach der Probefahrt ist eventuell eine nochmalige
Justage des türseitigen Anschlagpunktes nötig.
- die Türinnenverkleidung und den
Scheibenwischer wieder
montieren (WICHTIG: die Kunstoffmutter am Scheibenwischer nicht zu lose
anziehen, sie quetscht die Dichtung. Wenn sie zu lose ist, schiffts rein!) und freuen. Ach ja: werden bei Euch auch dauernd die Schrauben,
die die Verkleidung halten, lose? Ich hab sie durch 5mm Nieten ersetzt...
das Ausbohren zur Demontage dauert auch nicht länger als das rausdrehen der
zig Schrauben.
Johannes Fleißner, alias "fleisi"