Die Nockenwelle


Für den CB400NE Motor gibt es zwei verschiedene Nockenwellen.
Eine für die 27PS- und eine für die 43PS-Ausführung.
Also gibt es einen guten Grund eine "offene" Nockenwelle einzubauen.

 

 
Nachdem der Ventildeckel entfernt ist löse ich alle Zylinderkopfschrauben. Und zwar über Kreuz von aussen nach innen!
Danach schraube ich den LINKEN Kipphebelbock ab, der rechte bleibt noch sitzen.
 

 
Danach blase ich die Zylinderkopfschraubenkanäle aus. Der Putzlappen verhindert das sich der Dreck im Kipphebelraum verbreitet.
Strassendreck könnte in die Gewindebohrungen geraten und würde später zur Beschädigung der Gewinde beim Wiederhereindrehen der Schrauben führen.
 

 
Dazu verwende ich eine entsprechend lange Ausblaspistole (vom Flohmarkt).
 

 
Damit sich die Zylinderkopf- und Fußdichtung nicht löst schraube ich zwei mit M12 Muttern unterlegte Kopfschrauben wieder herein. Die ziehe ich jedoch nur handfest.
 

 
Dann werden die beiden M6 Schrauben aus dem Zahnrad gedreht und das Zahnrad mit seinem Oval mittels Kurbelwelle nach oben gedreht.
Nun kann der rechte Kipphebelbock abgenommen werden. Auch hier sind die Schraubenkanäle zu säubern.
 

 
Jetzt kann die Nockenwelle heraus gefummelt werden.
PS: Wenn die Steuerkette vorher entspannt wurde gehts leichter.
 

 
Legt man die beiden Wellen nebeneinander so werden die Unterschiede deutlich. Betrachtet man nur die Nocken ganz links so sieht man an der oberen Welle breitere und höhere Nocken.
An der markierten Stelle findet man bei der Drosselnocke den Buchstaben G.
Folgende Nockenwellen können untereinander getauscht werden: CB250N CB250T
CB400A CB400N CB400T CM400T CB450N CB450E CB450DX CB450S CB450SC CMX450. Sie sind nahezu baugleich.
 

 
Nun wird alles in der umgekehrten Reihenfolge zusammen gesetzt:
Nockenwelle rein, Kipphebelbock rechts zuerst, dann die beiden M6 Schrauben, Kipphebelbock links rein. (Die Wiederholung der Bilder spar ich mir jetzt mal)
Die M6 Schrauben am Nockenwellenzahnrad werden mit Loctite gesichert.
Die Zylinderkopfschrauben werden mit 30 bis 33NM angezogen.
 

 
Die Kopfschrauben werden über Kreuz von innen nach aussen angezogen.
Die vier mittleren Flächen der kipphebelböcke sollten mit Dichtmittel leicht eingestrichen werden, dann ölts nicht aus den Kopfschraubenschächten.
 

 
Zum Schluss werden die Ventile eingestellt: Einlass 0,10mm, Auslass 0,15mm.
Ggf. Steuerkette spannen.

Die Zylinderkopfschrauben können nach etwa 1000km kontrolliert/nachgezogen werden.

 

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Ich hatte mal wieder einen Motor in der elektronischen Bucht gefunden.
Dieser machte durch heftiges Ventilklappern auf sich aufmerksam.
Also hab ich es zunächst mit Ventil einstellen versucht.
Ohne Erfolg, die Kipphebelböcke mussten runter.

Zudem hatte der Motor um die 5500 Umdr. starke Laufprobleme.

 
Ein Kipphebel des rechten Auslassventils hatte sehr starke Einlaufspuren.
 

 
Die Spitze der Nocke zeigt spürbare Riefen.
 

 
Die ungleichmäßige Bewegung führt bei bestimmten Drehzahlen zum Springen des Kipphebels. Rot markiert die erste Aufschlagstelle.
 

 
Und weiter auf der Bahn die zweite Aufschlagstelle.
Kein Wunder das man das so laut gehört hat. Nockenwelle und Kipphebel ist ausgetauscht. Der Motor läuft nun einwandfrei.
 

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Mein letzter Motor machte mit heftigen Ölfluss nach dem Einbau einer
scharfen Nockenwelle auf sich aumerksam.
Nach dem Öffnen des Ventildeckels fand ich eine lose Zylinderkopfschraube.
Das Gewinde war aus dem Motorblock rausgerissen.

 
Zwecks Reparatur mit einem Helicoil oder V-Coil Reparatursatz wird das Bohrloch mit dem mitgelieferten Bohrer aufgebohrt.
Um die genaue Richtung zu kontrollieren, schraube ich zwei Kopfschrauben in die benachbarten Löcher wieder rein.
 

 
Dann wird mit dem beigefügten Gewindebohrer ein neues Gewinde geschnitten. Zwischendurch drehe ich den Gewindebohrer hoch und blase die Späne heraus. Nur so erreicht man wirklich den Boden des Bohrloches.
 

 
Nun wird mit dem Setzwerkzeug der Gewindeeinsatz herein gedreht.
 

 
Danach wird mit dem Dorn das untere Gewindestückchen für das Setzwerkzeug abgebrochen.
 

 
Fertig ist das neue Gewinde.
 


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