Neuer Motor


Aufgrund starker Vibrationen mangelnder Leistung wollte ich gerne den
original Motor gegen eine Honda Maschine aus der CB250N austauschen.
Da ich den Motor von einem Bekannten günstig bekommen konnte
hat mich mein erster Weg zum TÜV geführt. Als die Modalitäten
geklärt waren konnte ich mit den Arbeiten beginnen.
Die Arbeitsschritte sind aus zwei Umbauten gemischt,
daher sind mal Geländereifen, mal Straßenreifen zu sehen.

 
Zunächst wurde die Katze zerlegt.  

 
Hier ein Größenvergleich der beiden Motoren. Der CB-Motor hat eine größere Baulänge aufgrund der beiden vor und hinter der Kurbelwelle laufenden Ausgleichswellen. Die höhere Bauweise ist durch den unter der Kurbelwelle hängenden Ölfilter bedingt.  

 
Dann habe ich die Montierbarkeit des Wendegetriebes geprüft. Die Aufnahme am Motor musste etwas abgeschliffen werden.  

 
Auf die stramme Passgenauigkeit ist zu achten. Ansonsten können beim Anziehen der Schraube die Getriebeaufnahmen abbrechen. Und die Kette muss natürlich genau laufen, sonst gibts Probleme. Es braucht nur die vordere Aufnahme abgeschliffen zu werden, im Bild also nach unten zeigend.  

 
Die Zahnradpaarung ist auf diesen Bild noch 16/15 (Motor/Getriebe) Später habe ich auf 14/15 gewechselt. Dadurch kommt das Getriebe stramm an den Motor heran. Jeder Millimeter zählt.
Machbar sind die Übersetzungen 13/16, 14/15, 15/14, 16/13. Ausgleichen kann man nachher über die Sekundäruntersetzung.
Alle Werte beziehen sich auf die Kettenteilung 5/8", also 520er, 525er, 530er oder 50er Kette.
 

 
Sämtliche Getriebe- und Motoraufnahmen müssen abgeflext werden. Vorher jedoch sind zwischen oberer Getriebe- und der Motoraufnahme zwei dicke Eisen zu montieren. Sie stabilisieren den Rahmen während das untere Rahmenteil ausgetauscht wird........  

 
........Denn der Rahmen ist im vorderen Bereich für den CB-Motor zu schmal. Auch die vordere Motoraufnahme muss geändert werden. Sie wird später direkt unter dem Ventilator sitzen.  

 
Zunächst wird der Rahmen versteift, damit sich beim Herausflexen des unteren Rahmenteils nichts verzieht.  

 
Flexen......  

 
....und weg ist das Rahmenteil......  

 
Einschweissen des neuen Rahmenteils.  

 
Die vordere Motorhalterung.  

 
Die hintere Motorhalterung sowie die Getriebeaufhängung.  

 
Die obere Getriebhalterung ist ersatzlos entfernt und durch ein blankes Rohr ersetzt .  

 
Die erste "Anprobe". Hier fehlte die Getriebe- und Motorhalterung noch.  

 
Sieht ja schon ganz gut aus. Die vorderen Nerfbaraufnahmen fehlen noch.
 

 
Aber das ist auch schnell erledigt.  

 
Nachdem die fehlenden Aufnahmen verschweißt sind beginnt die Montage.  

 
Auch für den Doppelvergaser ist Platz vorhanden. Den Anschluss an den Luftfilterkasten muss ich noch herstellen.
Die Bowdenzüge für den Vergaser und die Kupplung müssen angepasst werden.
 

 
Die unteren Motor- und Getriebeaufnahmen sind vom Schlosser hergestellt worden. Die obere Getriebeaufnahme ist ersatzlos entfernt worden da ansonsten Motor und Getriebe nicht demontierbar wären! Dort ist nur noch das Querrohr an etwas höherer Stelle eingeschweißt.  

 
Hier ist die Aufnahme von unten zu sehen.  

 
In die Motoraufnahmen habe ich M12 Gewinde geschnitten und zwei Inbusschrauben M12x50 mit Federringen gedreht. Eine durchgängige Schraube ist wegen des Rahmens nicht montierbar.
Die Motorölwanne hängt etwa 4cm weit unten heraus. Für den Geländeeinsatz sollte ich mir noch einen Unterfahrschutz ausdenken.
 

 
Auch der Flexschlauch kommt wieder zum Einsatz, denn sonst wären die neuen Rohre zu kurz. Der Motor sitzt weiter vorne, das Getriebe weiter hinten. Wie gesagt, jeder Millimeter zählt.  

 

 
Den Getriebedeckel habe ich mit dünnem Riffelblech aus dem Baumarkt verkleidet. Der Schalthebel passt vom alten Motor. Die Auspuffkrümmer sind passend gerichtet worden. Auch die Rohre sind entsprechend gebogen. Die Auspufftöpfe sind original geblieben.  

 
Das Ausgangszahnrad befindet sich nicht mehr mittig hinter den Blechdeckel sondern ist nach hinten versetzt. Dennoch kommt man gut an das Zahnrad dran. Der Hebel des Bremspedals musste ein wenig verbogen werden. Ist aber kein Problem.
 

 
Über die Auspuffflansche habe ich Röhrchen mit 40mm Aussendurchmesser und 30mm Länge gepresst. Wegen der Demontierbarkeit müssen die inneren Zacken der Kronenringe abgeschliffen werden.  

 
CDI und die Doppelzündspule sitzen wieder an der bekannten Stelle. Die Kunststoffverkleidungen der Nerfbars sind an die "Motorfülle" angepasst worden.
Hier erkennt man auch, dass die Auspuffrohre für den stärkeren Motor deutlich zu klein sind. Die Auspuffanlage muss also in einem weiteren Arbeitsgang komlett überarbeitet werden.
 

 
Naked Quad........  

 
........wartend auf die erste Probefahrt. Die Lima und der Luftfilterkasten fehlen noch.  

 
Der Luftfilterkasten ist gesetzt. So langsam kann der Zusammenbau erfolgen.
Ich hab die Karosse matt schwarz lackiert. Gefällt mir irgendwie besser.
 

 
Die sehnlichst erwartete Lichmaschine ist eingetroffen und eingebaut. Nun gehts zur ersten Probefahrt.  

 
Das Quad ist um einiges leiser und natürlich erheblich laufruhiger geworden.
Im übrigen soll der Motor von der CB400N absolut baugleich sein. Sofern die Typenbezeichung nicht sichtbar ist würde man es dem Motor nicht ansehen.
Ein Schelm wer jetzt Böses von mir denkt :-))
 

 
Der Geber für die Ganganzeige. In die Drahtschlaufe eingeklemmt ist ein kleiner Magnet.  

 
Und die Platine mit dem PIC-Prozessor für die Ganganzeige. Ich habe die vorhandene Digitalanzeige wieder verwendet.  

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ich konnts nicht lassen. Ein 400er Motor lief mir über den Weg..........
Also schraub, fummel, bastel.....


 
Der Motor der CB400N ist äusserlich exakt baugleich mit dem Motor der CB250N.  

 
Also musste er sich 1:1 transplantieren lassen.  

 
Und so war es dann auch.  

 
400ccm, 20kW! Drehmoment aus dem Keller und Kraft ohne Ende. Begrenzt wird der Vortrieb bei 95km/h / 7200Umdr. durch eine Durchflussbegrenzung in der Kraffstoffleitung. Vermutlich ist der Unterdruck gesteuerte Benzinhahn aus einem 50er Roller im Querschnitt zu klein.  
---------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Rahmenarbeiten habe ich von einem geprüften Fachmann ausführen lassen!
Der gesamte Umbau ist vom TÜV abgenommen und eingetragen worden.
Aufgrund der Abgasbestimmungen musste das Fahrzeug zur Zugmaschine umgeschlüsselt werden.


---------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ich habe noch einen Reservemotor in Teilen bekommen.
Den möchte ich wieder komplettieren.


 
Der Zylinderkopf war demontiert, die Kolben lagen lose bei, die Kolbenringe fehlten. Die Zylinder sind frisch gehohnt und haben das erste Übermaß. Die mitgegebenen Kolben passten schon dazu. Anscheinend hat der Motor kurze Zeit damit gelaufen. Angeblich war eine 32kW Nockenwelle entnommen worden. Die Nockenwelle fehlte. Dann wurde der Motor unverschraubt transportiert und ist dabei auseinander gefallen.  

 
Der obere Ring ist am Rand hartverchromt, der zweite einfach schwarz. Auf der Oberseite der Ringe direkt am Stoß ist ein T eingraviert. Die Ringe dürfen nicht vertauscht werden, ebenso ist die Einbaurichtung (oben/unten) wichtig. Unten befinden sich der Ölabstreifring, bestehend aus einen geriffeltem Ring und zwei dünnen glatten Ringen. Der geriffelte Ring wird zuerst eingelegt. Über und unter dem Ring werden die beiden glatten Ringe eingefügt.  

 
Nachdem alles wieder zusammen geschraubt war konnte ein Probelauf stattfinden.  

 
Wegen der Nachfrage nach der Spritversorgung beim Testlauf auf dem vorigen Foto hier noch ein Bild wo alles drauf zu sehen ist! Als Tank hat mir eine alte Blechbüchse, natürlich mit bleifreiem Benzin gefüllt, gedient. Ich hab eine 8mm Schraube durchbohrt und als Schlauchanschluß genommen. Angelassen hab ich den Motor mit dem Starhilfekabel vom Auto aus.  

Rainer's 4x4 Roversite

  Seite oben - aktualisiert: 14-Okt-2006 2002 rainer dresselhaus - impressum - rainer4x4@t-online.de